Die amerikanische Botschaft

Ich legte großen Wert darauf, dass ich die Unterlagen für die Botschaft nicht vergesse. Ich hatte den Tag davor und den morgigen Tag alle Unterlagen, gemäß der vorliegenden Checkliste als Hilfestütze durchgegangen.

Pünktlich fuhr ich mit meinem Vater um 9:45 Uhr los um die 2 stündige Fahrt nach Frankfurt zu bewältigen und den Termin um 11:15 einzuhalten. 60 km vor Frankfurt, also 1 1/2 Stunden später wachte ich aus meinem ersehnten Schlaf im Nebensitz vom Auto auf und bekam von meinem Vater gesagt, die Anleitung für das Verhalten in der Botschaft durchzulesen.

Etwas später kontrollierte ich auch noch einmal meine Unterlagen, ob nun wirklich alles vollständig war. Bis mir etwas auffiel. Blitzartig überkam mich einen Schauer und drehte mich zu meinem Vater, der nun nicht wie das glücklichste Lebewesen auf Erden aussah. Gut, etwas verständlich. Nach der langen, früh begonnen Fahrt und dem Anblick, dass sein Sohn, den er gerade 200 + 200 km Rückfahrt rumkutschiert, neben ihm zufriedend schläft, da kommt wirklich keine Freude auf. Trotzdem blieb mir nichts übrig ihm etwas zu beichten …

„Ehm Papa … ich glaube da fehlt dieses Formular mit der Bestätigung des bezahlten Betrags an d …“

In dem Moment wich ich reflexartig einem anfliegendem Gegenstand aus, dass so aussah wie das Handy meines Vaters. Als er an der nächsten Tankstelle anhielt, drang mich das Bedürfniss nach der nächstliegenden Toilette. Na ja, ich hätte mir nicht mal im Traum vorgestellt, eine 100m Strecke innerhalb ein paar Sekunden zu bewältigen. Aber ich denke das lag an dem Gedanken daran, das mein Vater noch in seinen jungen Jahren war und seine Gelenke dem entsprechend auch gut funktionierten. Der absolute Höhepunkt war jedoch das mein Vater nicht mich verfolgte, sondern in die Tankstelle rein rannte. Nach einer Viertelstunde kam er mit herbeigezauberten Blättern wieder raus und befiel mir in den Wagen zu steigen, wobei ich es mir verkneifte „Nein“ zu antworten.

Später sagte er mir, das er sich die fehlenden Blätter zufaxen lies. Denn das fehlende Blatt kauerte zu Hause vereinsamt in der Ecke rum und war wahrscheinlich beleidigt, dass es nicht mitkommen durfte. Aber nochmal unter Zeugen: „Formular, es war bestimmt nicht so gewollt!“

Noch besser kam es als mein Vater und ich unser Glück am Schalter versuchten aber gesagt bekamen, das wir mit dem kopierten Formular nicht weiter kommen, denn das Formular war extra gesichert vor Kopie. (Man kopiert einen Geldschein und bemerkt die Unvollständigkeit an Sicherheitsmerkmalen)

Nun gut, man konnte es nicht ändern. So fuhren mein Vater und ich schweigend nach Hause.

Moral der Geschicht: Kontrolliert lieber zu oft als zu wenig. Oder überlasst es euren Eltern, damit ihr die Schuld erst gar nicht verantworten müsst. ;)

Aber zur Erleichterung. Es ist ein nächster Termin vereinbart, der hoffentlich etwas glücklicher verlaufen wird.

Auf zur amerikanischen Botschaft

Heute werde ich zu meinem Vater rüber fahren um am nächsten Morgen um 11.00 Uhr in der amerikanischen Botschaft in Frankfurt zu sein. Dort werde ich meinen Visum beantragen. Ich hoffe das ich die wichtigen Unterlagen, die mitzuführen sind, nicht vergesse. Spannend wird es auch, wie es dort sein wird und ob es wirklich so schlimm ist wie es die Erfahrenen sagen, die schon mal dort gewesen waren.  Die meisten beschreiben es als eine höchst geschützte Anlage mit vielen Kontrollen. Unter anderem wird dort nur Englisch gesprochen. Wenn man dann erst mal reingekommen ist, bekommt man Fragen gestellt wie;

„Waren sie jemals bei der Bundeswehr? Wenn ja welcher Rang, Spezifikation, Truppe … ?“

Wenn tatsächlich solche Fragen gestellt werden, dürfte es eigentlich ganz lustig werden. Allerdings wenn man die Frage nicht verstanden hat und aus Versehen etwas falsches antwortet, könnte man vermutlich Probleme bekommen. :P

Na ja, am kommenden Samstag werdet ihr wohl spätestens mitbekommen ob ich es überstanden habe.

Der Tag der Abreise nach Amerika rückt näher und näher

Es steht meiner Abreise nach Amerika nichts mehr im Wege. Ich habe meine Mittlere Reife und zugleich eine Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe erteilt bekommen, was heißt das ich nach meinem Besuch in den Staaten die Schule wieder aufnehmen darf.

Gestern versuchte ich meine Gasteltern in Amerika anzurufen, da ihr Internet zur Zeit nicht funktioniert. Beim ersten Versuch erreichte ich nur den Anrufbeantworter. Ich war zu nervös um etwas drauf zu sagen und lag vorerst auf, um mir erst mal Notizen zu machen, was ich auf den Anrufbeantworter sagen möchte. Die Notizen sahen in etwa so aus;

„Hi,

this is Tobi from Germany. I wanted to give you a call, but it seems like you are not at home. I’ll try it again later.

Bye“

Nachdem ich diese Notizen ausführlich studierte und versuchte nicht zu klingen wie ein Nachrichtensprecher, versuchte ich erneut. Der Anrufbeantworter ging an und nach dem Piepton riss ich mich zusammen und sprach mit allem Mut drauf und hoffte das keiner, während meiner Ansage, an das Telefon ging. Das tat auch glücklicher Weise keiner.

Später als das Telefon klingelte, ging meine Mutter unahnend, das es die Familie sein könnte, ran und erhielt ein freudiges „Hi“ von meiner Gastmutter. Aufgeregt versucht sich meine Mutter mit ihren Englischkenntnissen mit ihr zu unterhalten. Schließlich gab sie mir das Telefon und es war gar nicht so schlimm wie ich es mir vorgestellt hatte. Meine Gastmutter sprach in einem langsamen und sehr verständlichem amerikanisch und es erleichterte mich um einiges und senkte meine Angst vor dem Treffen meiner Gastfamilie.